Kategorie-Archiv: Soziales

Trump vielleicht doch nicht so schlimm… hoffentlich

Im Moment kann man sich als Beobachter nur täglich verwundert die Augen reiben über die neuen Aussagen und Pläne der neuen US-Regierung. Inzwischen ist in nur ein paar Wochen so viel Absurdes und Abgründiges passiert, dass es sich so anfühlt, als wäre Trump schon jahrelang im Amt.

Die Wahl von Trump und das jetzige Chaos und Lügenfeuerwerk („alternative Fakten“) an der Spitze der USA zeigen, wie angreifbar Freiheit und Demokratie sind, die viele bei uns für selbstverständlich halten. Nach SPON-Autor Stefan Kuzmany gibt es immerhing Hoffnung, dass trotzdem nicht alles so schlimm wird, wie man zwischenzeitlich befürchten musste, und dass das politische System der USA es schafft, Trump auf demokratische Normen zurückzustutzen: „Die große Nation der Vereinigten Staaten von Amerika wird ihren üblen Fehlgriff korrigieren und den durchgeknallten Operetten-Präsi mitsamt seiner finsteren Entourage abschütteln. Es ist nur eine Frage der Zeit. Halten wir durch.“

Wir wünschen es uns sehr.

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Im postfaktischen Meinungseintopf

Wenn Gefühle mehr zählen als Tatsachen

Ein unangenehmer Begriff macht Karriere: „Postfaktisch“ wurde von den Oxford Dictionaries zum internationalen Wort des Jahres gewählt. Anzeichen dafür, dass die Wahrheit und Fakten in der öffentlichen Diskussion im neuen Jahrtausend unter die Räder kommen könnten, gab es schon vor über zehn Jahren, als die „post-truth era“ ausgerufen wurde. Seitdem scheint allerdings die Bereitschaft vieler Menschen weiter zugenommen zu haben, sich in ihren Entscheidungen weniger von Fakten als vom Bauchgefühl und vagen Emotionen leiten zu lassen – auch wenn noch so viele berechtigte Zweifel am Gefühl in der Magengrube nagen mögen.

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Shareconomy: Jeder gegen jeden

Eindrücklich beschreibt Sibylle Berg in ihrer SPON-Kolumne, wie das eigentlich auf den ersten Blick gut gemeinte Prinzip der Shareconomy dazu führt, dass die Kohle meist an den Spitzen der beteiligten Unternehmen hängen bleibt, während der Existenzkampf am Ende der Nahrungskette härter wird und an vielen Stellen die gegenseitige Ausbeutung droht. Die Risiken der Shareconomy kann man inzwischen in einigen Bereichen beobachten, z. B. bei Uber: Durch die neuen Geschäftsmodelle werden ursprünglich einigermaßen funktionierende und auskömmliche Jobs (Taxis) abgeschafft und durch hochmotivierte, eigenverantwortliche, kaum sozial abgesicherte und oft genug schlecht bezahlte Leute übernommen.

Berg schreibt dazu: „Möglicherweise ist jeder Mensch so: gefräßig, haltlos, gierig. Das Einzige, was verhindert, dass die ekelhaften Anteile der Persönlichkeit jedes Einzelnen die Welt ruinieren, ist die mangelnde Möglichkeit. Unsere Möglichkeit ist sanfte Ausbeutung, die wir Sharing nennen.“

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Fernbusse – einer nach dem anderen gibt auf

Die Bahn hat die Nase voll

Der Markt der Fernbusse schrumpft weiter – jedenfalls mit Blick auf die Zahl der Anbieter. Jetzt also auch noch Berlin Linien Busse, das Busunternehmen, mit dem die Deutsche Bahn eigentlich den Neueinsteigern im Mobilitätsgeschäft Paroli bieten wollte. So schnell wie bei den Fernbussen hat sich wohl bisher kaum ein Markt nach der Entstehung konsolidiert.

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Gabor: Petition gegen Leder aus Indien

Schon häufiger haben wir an dieser Stelle über die grausamen Zustände in der asiatischen Lederindustrie gesprochen, unter anderem haben uns Bilder aus Herstellerbetrieben für Hundeleder nachdrücklich das Interesse an Lederprodukten ausgetrieben…

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Umweltschützer feiern Aus für Staudamm São-Luiz-do-Tapajós

Der weltweite Protest von Umweltschützern hatte Erfolg: In Brasilien wurde der Bau des Megastaudamms São-Luiz-do-Tapajós im Amazonas-Regenwald gestoppt.

Jungle Life Chameleon - Gegen die Abholzung des Regenwalds

Jungle Life Chameleon – Gegen die Abholzung des Regenwalds

Der Staudamm hätte nicht nur den Lebensraum von zig bedrohten Tier- und Pflanzenarten vernichtet, sondern auch den des Volks der Munduruku. Im Rahmen der Proteste ist auch Siemens unter Beschuss geraten, da eine Tochter Konzerns wesentliche Teile zum Projekt beisteuern sollte – für Umweltschützer ein Verhalten, das gar nicht zum nachhaltigen Anspruch des Unternehmens passt.

Zwar sind auch noch andere große Staudämme im Regenwald in Planung, aber der Erfolg beim São-Luiz-do-Tapajós-Staudamm zeigt, dass der Umweltschutz dank internationaler Vernetzung wichtige Siege erringen kann.

Mehr Beiträge rund um Nachhaltigkeit und Eco Fashion hier im Blog oder bei Coromandel, deinem Label für nachhaltige Klamotten.

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Die hässliche Fratze von Olympia

Verrat an der olympischen Idee

Nach all den Berichten über Doping, Korruption und Geldgier rund um die Olympischen Spiele hat der Ruf des IOC (ähnlich wie der von FIFA und DFB) immer neue Tiefpunkte erreicht, und die ursprüngliche olympische Idee liegt inzwischen am Boden wie ein schlecht trainierter Sportler nach einem Marathonlauf.  Viele Sportfans wenden sich inzwischen leicht angewidert von den olympischen Wettkämpfen ab, weil die Umstände rund um die Spiele kaum noch ungetrübte Freude am Sport aufkommen lässt. In seltener Offenheit (DANKE!) hat Julius Brink, der ehemalige Olympiasieger im Beachvolleyball und jetzige ARD-Experte vor Ort, den Riss zwischen schöner Fassade der Spiele und der Realität im Hintergrund beschrieben.

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Enthemmte Wut und besorgte Bürger

Besorgte Bürger wütend über Ramadan-Post

Da ist sie wieder, die enthemmte Wut der „besorgten Bürger“, die sich im Moment scheinbar jeden Tag dutzendfach Bahn bricht. Eigentlich ein vermeintlich nichtiger Anlass: Das Social-Media-Team der Bundesregierung wünscht den Muslimen in Deutschland auf Facebook einen gesegneten und friedvollen Ramadan. Eigentlich eine nette Geste – das reicht hunderten von Internetnutzern aber schon, um hasserfüllt in die Tasten zu hauen und die Seite der Bundesregierung mit wütenden Kommentaren zu bedenken. Schließlich gehört der Islam nicht zu Deutschland und man solle sich lieber um die Probleme des deutschen Volkes kümmern.

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Paragraph 175 – Diskriminierung in Deutschland

„Unzucht“ durch Paragraph 175 unter Strafe

In vielen Ländern können Homosexuelle bis heute nicht offen leben und sind Diskriminierung, Hass oder sogar schwerer Gewalt ausgesetzt – darunter Länder wie Russland, Uganda oder Jamaika. Im Vergleich zu diesen Ländern wirkt Deutschland, trotz fehlender Gleichberechtigung Homosexueller in einigen gesellschaftlichen Bereichen (z. B. Ehe, Adoptionsrecht), heute wie ein Hort der Toleranz – und tatsächlich haben wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel auf dem Weg zu mehr Toleranz und Gleichberechtigung erreicht. Aber auch hierzulande sind die dunklen Zeiten nicht so lange her, wie man manchmal vermuten würde – aktuelles Beispiel ist der aus dem Strafgesetzbuch gestrichene Paragraph 175.

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Work-Life-Blending oder Selbstausbeutung

Gut gemeint, aber…

Dass eine gute Work-Life-Balance für die meisten Mitarbeiter ein wichtiger Punkt bei der Wahl des Arbeitgebers ist, hat sich wohl bis zum letzten Kleinunternehmen in Hintertupfing rumgesprochen. Erst recht, seit die sogenannte Generation Y auf den Arbeitsmarkt gekommen ist, die im Durchschnitt mehr Wert auf Sinnhaftigkeit und genügend Freizeit und weniger auf Karriere und hohe Gehälter legt als ihre Elterngeneration. Inwischen gibt es auch den Begriff des Work-Life-Blending, also ein möglichst fließender Übergang zwischen Arbeit und Freizeit, aber für viele Arbeitnehmer könnte diese Entgrenzung zur Falle werden.

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