Nachhaltige Kleidung: KiK will keine Entschädigungen für Opfer in Bangladesch

Forderungen nach Entschädigungen für Opfer – nachhaltig wär’s ja

Nachhaltigkeit? Nicht bei deutschen Textilketten! Wenn es nach Renate Künast, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen ginge, sollte KiK nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit über 1.000 Toten Entschädigungen an die Opfer zahlen – schließlich hatte auch Kik Ware in der Fabrik fertigen lassen, wie später in den Medien berichtet wurde. Laut Künast hätten die Opfer ein Recht auf entsprechende Entschädigungszahlungen, Maßstab sollten dabei die Vorgaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sein, nach denen Opfern im Schnitt rund 5.000 Euro je Familie zustünde – also insgesamt über 50 Millionen Euro. Auch seitens verschiedener NGOs wird die Forderung laut, dass Unternehmen entsprechende Entschädigungen zahlen sollten.

KiK sieht keinen weiteren Handlungsbedarf

Trotz der schlechten Presse für den Textildiscounter sind solche Entschädigungen für Kik allerdings offenbar kein Thema, das Unternehmen hat mitgeteilt, dass man nach der Katastrophe Verantwortung übernommen und erste Maßnahmen zur direkten Hilfeleistung unternommen habe. Kik habe sich um die ärztliche Betreuung gekümmert und unterstütze auch eine langfristige Betreuung.

Sind denn aber direkte Hilfeleistungen und die „Unterstützung“ einer langfristigen Betreuung nicht das Mindeste, was ein Unternehmen leisten muss, das in miserabel zusammengenagelten Fabriken Billigklamotten zu Hungerlöhnen fertigen lässt? Hier reden wir doch eigentlich über eine Selbverständlichkeit und nicht über eine karitative Leistung, das sollte man also besser von den Entschädigungen für die Opfer trennen. Ob die Opfer nun aus rechtlicher oder moralischer Sicht entschädigt werden müssen, wird vermutlich noch zu klären sein, aber angesichts eines Umsatzes der Tengelmann-Gruppe, zu der Kik gehört, von über elf Milliarden Euro im Jahr 2012, wäre eine Entschädigung an die Opfer – und wenn es am Ende auch nicht die vollen 5.000 Euro sind – doch ein gutes Zeichen gewesen. Wir haben die Bilder der Kik-Blusen in den Trümmern gesehen, jetzt sollte das Management auch zu seiner Verantwortung stehen, nachhaltiges Wirtschaften geht auf jeden Fall anders.

Man kann nur hoffen, dass sich solche Katastrophen in Zukunft nicht wiederholen und durch neue Regelungen wie den GOTS für nachhaltige Kleidung sowie deutlich strengere (und vor allem unangemeldete!) Überprüfungen der Fabriken zumindest deutlich unwahrscheinlicher werden.

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