Schlagwort-Archiv: Diskriminierung

Im postfaktischen Meinungseintopf

Wenn Gefühle mehr zählen als Tatsachen

Ein unangenehmer Begriff macht Karriere: „Postfaktisch“ wurde von den Oxford Dictionaries zum internationalen Wort des Jahres gewählt. Anzeichen dafür, dass die Wahrheit und Fakten in der öffentlichen Diskussion im neuen Jahrtausend unter die Räder kommen könnten, gab es schon vor über zehn Jahren, als die „post-truth era“ ausgerufen wurde. Seitdem scheint allerdings die Bereitschaft vieler Menschen weiter zugenommen zu haben, sich in ihren Entscheidungen weniger von Fakten als vom Bauchgefühl und vagen Emotionen leiten zu lassen – auch wenn noch so viele berechtigte Zweifel am Gefühl in der Magengrube nagen mögen.

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Enthemmte Wut und besorgte Bürger

Besorgte Bürger wütend über Ramadan-Post

Da ist sie wieder, die enthemmte Wut der „besorgten Bürger“, die sich im Moment scheinbar jeden Tag dutzendfach Bahn bricht. Eigentlich ein vermeintlich nichtiger Anlass: Das Social-Media-Team der Bundesregierung wünscht den Muslimen in Deutschland auf Facebook einen gesegneten und friedvollen Ramadan. Eigentlich eine nette Geste – das reicht hunderten von Internetnutzern aber schon, um hasserfüllt in die Tasten zu hauen und die Seite der Bundesregierung mit wütenden Kommentaren zu bedenken. Schließlich gehört der Islam nicht zu Deutschland und man solle sich lieber um die Probleme des deutschen Volkes kümmern.

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Paragraph 175 – Diskriminierung in Deutschland

„Unzucht“ durch Paragraph 175 unter Strafe

In vielen Ländern können Homosexuelle bis heute nicht offen leben und sind Diskriminierung, Hass oder sogar schwerer Gewalt ausgesetzt – darunter Länder wie Russland, Uganda oder Jamaika. Im Vergleich zu diesen Ländern wirkt Deutschland, trotz fehlender Gleichberechtigung Homosexueller in einigen gesellschaftlichen Bereichen (z. B. Ehe, Adoptionsrecht), heute wie ein Hort der Toleranz – und tatsächlich haben wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten viel auf dem Weg zu mehr Toleranz und Gleichberechtigung erreicht. Aber auch hierzulande sind die dunklen Zeiten nicht so lange her, wie man manchmal vermuten würde – aktuelles Beispiel ist der aus dem Strafgesetzbuch gestrichene Paragraph 175.

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Homophobie in der Karibik

Wie leben Homosexuelle in Ländern wie Jamaika?

Die Karibik gilt hierzulande eher als Paradies, was politisch in dieser Gegend der Welt passiert, dringt eher selten zu uns durch. Bento hat in einem Artikel über das Leben Homosexueller in Jamaika ein bisschen Licht auf ein Problem geworfen, das dort offenbar munter wuchert: Homophobie und Gewalt gegen sexuelle Minderheiten. Während im Moment viel häufiger über mangelnde Menschenrechte und Homophobie in muslimischen Ländern diskutiert wird, ist es vielleicht nicht schlecht, auch mal auf die Lage von Homosexuellen den Ländern der Karibik hinzuweisen.

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Nach all den negativen Meldungen zu Protesten gegen und Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Sachsen, wurde nicht nur die Frage nach dem Säxit gestellt – auch die Politik musste sich Fragen gefallen lassen, warum sie nicht viel deutlicher Stellung bezieht.

Stanislav Stillich, Sachsens Ministerpräsident, hat jetzt klar gemacht, was er von dem rechten Mob hält: „Eine enthemmte Minderheit besudelt und beschämt unser ganzes Land in einer Art und Weise, die ich mir nicht vorstellen konnte.“

Weise Worte der Woche: Stanislav Tillich

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Die Berichterstattung über die andauernde rechte Gewalt gegen Flüchtlingsheime bringt auch die eine oder andere journalistische Stilblüte hervor. Die SZ überschreibt einen Artikel über Merkels Besuch in Heidenau mit dem Wortspiel „Kanzlerin guckt nach den Rechten“. Nicht so schlecht…

SZ mit Wortspiel des Tages

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Säxit: Soll Sachsen raus?

Säxit könnte manche Probleme lösen

Brauchen wir den Säxit? Tagtäglich kann man neue Meldungen über Demonstrationen gegen Flüchtlinge in den Medien lesen, immer wieder stehen Gebäude in Flammen, die für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen sind. Die Deutschen zeigen sich momentan nicht gerade von ihrer schönen Seite, leider wird das Bild momentan von einer Minderheit hohler Idioten geprägt, die vor allem von einer großen Angst vor Überfremdung geplagt werden.

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katholisch.de verhindert Text über Homosexualität

katholisch.de wollte Gastbeitrag über Homosexualität in der Bibel

Eigentlich hatten sich die Macher der Website katholisch.de einen offenen Diskurs mit der Gesellschaft vorgenommen, über den Internetkanal sollten neue Zielgruppen für die katholische Kirche erschlossen werden, nachdem sich in den letzten Jahren immer mehr Menschen von den großen Kirchen abgewendet haben. Wie SPON berichtet, wurde für das Design der Website sogar eine der renommiertesten und vermutlich auch teuersten Werbeagenturen engagiert, die Hamburger Agentur Jung von Matt – sonst vor allem bekannt für große Kampagnen für Big Player wie Edeka, Daimler oder Sixt.

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Todesstrafe in Ungarn – Orban rückt nach ganz rechts

Ungarn möchte selbst über Einführung der Todesstrafe bestimmen

Inzwischen hat man sich ja daran gewöhnt, dass einige EU-Mitglieder derzeit ihre ganz eigene Agenda verfolgen, aber dass in Ungarn eine Debatte über die Einführung der Todesstrafe losgestoßen werden soll, klingt eher nach einem verspäteten Aprilscherz. Erst vor knapp 25 Jahren wurde die Todesstrafe in Ungarn abgeschafft, nur so konnte das Land überhaupt Mitglied in der EU werden. Aber Ministerpräsident Viktor Orban bewegt sich gaaaanz rechts außen und will das Thema Todesstrafe in Ungarn gerne auf der Tagesordnung behalten.

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Raif Badawi – Saudi-Arabiens Probleme mit Menschenrechten

Raif Badawi wagte es, seine Meinung zu äußern

Dass er im Internet für Religions- und Meinungsfreiheit eintrat, muss der Blogger Raif Badawi in Saudi-Arabien derzeit fast mit seinem Leben bezahlen, so ganz sicher kann man das im Moment nicht wissen. Nicht viele Länder zeigen sich derzeit noch so rückständig wie Saudi-Arabien, noch immer gelten hier Gesetze und Regeln, die uns eher an das Mittelalter erinnern (Frauen dürfen nicht Auto fahren) als an die Moderne. Ein Zustand, gegen den Raif Badawi es wagte, seine Stimme zu erheben, im kleinen Rahmen, den ihm das Internet bot.

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