Schlagwort-Archiv: Medien

Aldi: Shitstorm für Billigfleisch

Dank an die Internet-, Facebook- und Instagram-Nutzer, die nicht nur Fotos von ihrem Essen oder dem letzten Drogerie-Haul posten, sondern auch Kritik am Verhalten von Unternehmen äußern, wenn diese sich latent unmoralisch verhalten. Dank einem kritischen Facebook-Nutzer musste Aldi-Süd online schwere Kritik dafür einstecken, 600 g mariniertes Schweinenackensteak für 1,99 Euro anzubieten. Richtigerweise weist der Nutzer darauf hin, dass nach Abzug der Mehrwertsteuer und der Kosten für Marinade und Logistik nur noch ein winziger Betrag für das Fleisch übrig bleibt – und damit für den Landwirt und eine artgerechte Haltung.

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Im postfaktischen Meinungseintopf

Wenn Gefühle mehr zählen als Tatsachen

Ein unangenehmer Begriff macht Karriere: „Postfaktisch“ wurde von den Oxford Dictionaries zum internationalen Wort des Jahres gewählt. Anzeichen dafür, dass die Wahrheit und Fakten in der öffentlichen Diskussion im neuen Jahrtausend unter die Räder kommen könnten, gab es schon vor über zehn Jahren, als die „post-truth era“ ausgerufen wurde. Seitdem scheint allerdings die Bereitschaft vieler Menschen weiter zugenommen zu haben, sich in ihren Entscheidungen weniger von Fakten als vom Bauchgefühl und vagen Emotionen leiten zu lassen – auch wenn noch so viele berechtigte Zweifel am Gefühl in der Magengrube nagen mögen.

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Shareconomy: Jeder gegen jeden

Eindrücklich beschreibt Sibylle Berg in ihrer SPON-Kolumne, wie das eigentlich auf den ersten Blick gut gemeinte Prinzip der Shareconomy dazu führt, dass die Kohle meist an den Spitzen der beteiligten Unternehmen hängen bleibt, während der Existenzkampf am Ende der Nahrungskette härter wird und an vielen Stellen die gegenseitige Ausbeutung droht. Die Risiken der Shareconomy kann man inzwischen in einigen Bereichen beobachten, z. B. bei Uber: Durch die neuen Geschäftsmodelle werden ursprünglich einigermaßen funktionierende und auskömmliche Jobs (Taxis) abgeschafft und durch hochmotivierte, eigenverantwortliche, kaum sozial abgesicherte und oft genug schlecht bezahlte Leute übernommen.

Berg schreibt dazu: „Möglicherweise ist jeder Mensch so: gefräßig, haltlos, gierig. Das Einzige, was verhindert, dass die ekelhaften Anteile der Persönlichkeit jedes Einzelnen die Welt ruinieren, ist die mangelnde Möglichkeit. Unsere Möglichkeit ist sanfte Ausbeutung, die wir Sharing nennen.“

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Initiative Tierwohl: Kurz vor Flop

Minibeträge sollten Haltungsbedingungen verbessern

Eigentlich ist die Initiative Tierwohl eine sehr gute Idee: Handel, Fleischindustrie und Landwirtschaft reagieren auf die Kritik an der leidvollen Massentierhaltung, indem sie sich gemeinsam für mehr Tierschutz engagieren. Für bessere Haltungsbedingungen von Tieren sollte im Rahmen der Initiative Tierwohl ein Betrag von wenigen Cent je verkauftem Kilo Fleisch (also fast nichts) von Händlern wie Aldi, Lidl und Co an die Landwirte zurückfließen.

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Die hässliche Fratze von Olympia

Verrat an der olympischen Idee

Nach all den Berichten über Doping, Korruption und Geldgier rund um die Olympischen Spiele hat der Ruf des IOC (ähnlich wie der von FIFA und DFB) immer neue Tiefpunkte erreicht, und die ursprüngliche olympische Idee liegt inzwischen am Boden wie ein schlecht trainierter Sportler nach einem Marathonlauf.  Viele Sportfans wenden sich inzwischen leicht angewidert von den olympischen Wettkämpfen ab, weil die Umstände rund um die Spiele kaum noch ungetrübte Freude am Sport aufkommen lässt. In seltener Offenheit (DANKE!) hat Julius Brink, der ehemalige Olympiasieger im Beachvolleyball und jetzige ARD-Experte vor Ort, den Riss zwischen schöner Fassade der Spiele und der Realität im Hintergrund beschrieben.

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Enthemmte Wut und besorgte Bürger

Besorgte Bürger wütend über Ramadan-Post

Da ist sie wieder, die enthemmte Wut der „besorgten Bürger“, die sich im Moment scheinbar jeden Tag dutzendfach Bahn bricht. Eigentlich ein vermeintlich nichtiger Anlass: Das Social-Media-Team der Bundesregierung wünscht den Muslimen in Deutschland auf Facebook einen gesegneten und friedvollen Ramadan. Eigentlich eine nette Geste – das reicht hunderten von Internetnutzern aber schon, um hasserfüllt in die Tasten zu hauen und die Seite der Bundesregierung mit wütenden Kommentaren zu bedenken. Schließlich gehört der Islam nicht zu Deutschland und man solle sich lieber um die Probleme des deutschen Volkes kümmern.

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Zerlegbare Smartphones – alles gut?

Ständige Gerätewechsel führen zu massenhaftem Elektroschrott

Viele Hersteller von Smartphones werden dafür kritisiert, dass ihre Modelle bereits nach wenigen Jahren veraltet sind und dann entsorgt werden müssen. Auch eine Reparatur lohnt sich meistens nicht, denn in der Regel muss man die Geräte erst einschicken – wenn etwas kaputt ist, tauschen die meisten Verbraucher ihr altes Smartphones lieber gegen ein neues ein. Nun stehen aber offenbar zerlegbare Smartphones kurz vor dem Durchbruch und könnten den Markt grundlegend verändern – die Frage ist, ob, was sinnvoll klingt, am Ende wirklich positiv für die Umwelt ist.

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Sonneborn über den Irren vom Bosporus

Martin Sonneborn spricht im EU-Parlament anlässlich des Versuchs der Türkei, ein Projekt der Dresdner Philharmoniker, das sich mit dem Genozid an den Armeniern beschäftigt, zu zensieren über den „Irren vom Bosporus“. Komisch, dass das bisher nicht mit Strafandrohung oder diplomatischem Eklat quittiert wurde…

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Raif Badawi nicht vergessen

EU steht unter Feuer

Im Moment steht die EU unter Dauerfeuer, ihr wird unter anderem vorgeworfen, ihre Werte wegen des Flüchtlingsdeals mit der Türkei aufzugeben. Beispielhaft dafür steht die Diskussion um den Protest der Türkei gegen ein Projekt der Dresdner Philharmoniker, das den Völkermord an den Armeniern thematisiert. Absurde Folge: Protest der Türkei, ein Text der EU-Kommission zum (durch EU-Mittel wegen Völkerverständigung geförderten) Projekt wird von der eigenen Website genommen, wenig später wieder eingestellt. Weiterlesen

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Kunstpelz ist oft echter Pelz

Echter Pelz wird falsch ausgezeichnet

Pelz is back! Scheinbar muss man in unserer bunten Warenwelt wirklich als Sherlock Holmes losgehen, um das bisweilen abartige Gewinnstreben vieler Menschen und Unternehmen nicht zu unterstützen. Denn selbst wer mit besten Absichten konsumieren möchte, wird allzu leicht hinters Licht geführt. Gerade noch müssen wir verarbeiten, wie in China Hundeleder für unsere Klamotten „gewonnen“ wird, ohne dass wir es mitkriegen. Nun stellt sich laut Recherchen von quer raus: Viele Kleidungsstücke, die bei uns ganz ethisch korrekt als Kunstpelze verhökert werden, sind tatsächlich mit echtem Pelz besetzt.

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