Schlagwort-Archiv: Politik

Umfrage zur EU-Agrarpolitik

Auf den Seiten der EU können Bürger derzeit ihre Meinung dazu abgeben, wie sie sich die EU-Agrarpolitik der kommenden Jahre vorstellen und welche Aspekte in den Mittelpunkt der Förderpolitik gestellt werden sollte. Talk about direkte Demokratie – angeblich will die EU-Kommission sich wirklich an dem Meinungsbild der Bevölkerung orientieren. Auch schräg, wenn extra darauf hingewiesen werden muss, dass eine Umfrage von den Verantwortlichen auch berücksichtigt wird. 🙂

Natürlich haben die verschiedenen Interessengruppen, darunter Bauernverbände und Umweltschutzverbände, ihre eigene Klientel in die Spur gebracht, um die Umfrage in ihrem Sinne auszufüllen, insofern ist fraglich, wie repräsentativ der Ergebnisse sind. Aber immerhin werden die Stimmen von vielen tausend Menschen in Europa angehört, ein Fortschritt im Vergleich zur sonst eher praktizierten Politik hinter verschlossenen Brüsseler Türen – vor allem, wenn man bedenkt, dass sich ein Großteil der Bevölkerung offenbar eine gänzlich andere Agrarpolitik mit mehr Tierschutz und weniger Fokus auf industrielle Großbetriebe wünscht.

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Sieg gegen die Pelzlobby: Keine Pelzfarmen mehr in Kroatien

Die EU hat in Sachen Pelzfarmen weiß Gott keine reine Weste, gerade in Polen und einigen skandinavischen Ländern boomt das Pelzgeschäft und die Tiere werden und grausigen Bedingungen gehalten – im Rahmen der europäischen Gesetze. Aber ein Lichtblick lässt auf gesunden Menschenverstand in der EU hoffen: Im Januar ist gegen erbitterten Widerstand der Pelzlobby in Kroatien ein Verbot von Pelzfarmen erlassen worden.

Danke, Kroatien, für diesen Lichtblick im Ringen um einen würdigen Umgang mit Tieren und im Kampf gegen die wirtschaftlichen Interessen der Pelzlobby.

Shirts von Coromandel gegen Pelztierhaltung

Shirts von Coromandel gegen Pelztierhaltung

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Trump vielleicht doch nicht so schlimm… hoffentlich

Im Moment kann man sich als Beobachter nur täglich verwundert die Augen reiben über die neuen Aussagen und Pläne der neuen US-Regierung. Inzwischen ist in nur ein paar Wochen so viel Absurdes und Abgründiges passiert, dass es sich so anfühlt, als wäre Trump schon jahrelang im Amt.

Die Wahl von Trump und das jetzige Chaos und Lügenfeuerwerk („alternative Fakten“) an der Spitze der USA zeigen, wie angreifbar Freiheit und Demokratie sind, die viele bei uns für selbstverständlich halten. Nach SPON-Autor Stefan Kuzmany gibt es immerhing Hoffnung, dass trotzdem nicht alles so schlimm wird, wie man zwischenzeitlich befürchten musste, und dass das politische System der USA es schafft, Trump auf demokratische Normen zurückzustutzen: „Die große Nation der Vereinigten Staaten von Amerika wird ihren üblen Fehlgriff korrigieren und den durchgeknallten Operetten-Präsi mitsamt seiner finsteren Entourage abschütteln. Es ist nur eine Frage der Zeit. Halten wir durch.“

Wir wünschen es uns sehr.

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Technik gegen das Kükenschreddern

Dass jedes Jahr zig Millionen männliche Küken in Deutschland lebendig im Schredder landen, weil sie für die Industrie nicht nutzbar sind, gehört wohl zu den großen Perversionen der Lebensmittelbranche. Dank Forschung aus Leipzig wird das große Schreddern in Zukunft hoffentlich eingestellt, denn Ende Januar soll ein Gerät vorgestellt werden, mit dem sich das Geschlecht der Tiere schon vor dem Schlüpfen bestimmen ließe. Bis es zum Einsatz käme, würden zwar noch einige Jahre vergehen, aber der Ansatz klingt zumindest vielversprechend, auch wenn Kritiker die sogenannte „in Ovo-Geschlechtsbestimmung“ als nicht geeignet ansehen.

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Im postfaktischen Meinungseintopf

Wenn Gefühle mehr zählen als Tatsachen

Ein unangenehmer Begriff macht Karriere: „Postfaktisch“ wurde von den Oxford Dictionaries zum internationalen Wort des Jahres gewählt. Anzeichen dafür, dass die Wahrheit und Fakten in der öffentlichen Diskussion im neuen Jahrtausend unter die Räder kommen könnten, gab es schon vor über zehn Jahren, als die „post-truth era“ ausgerufen wurde. Seitdem scheint allerdings die Bereitschaft vieler Menschen weiter zugenommen zu haben, sich in ihren Entscheidungen weniger von Fakten als vom Bauchgefühl und vagen Emotionen leiten zu lassen – auch wenn noch so viele berechtigte Zweifel am Gefühl in der Magengrube nagen mögen.

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GB setzt auf Verbot von Mikroplastik

Mikropartikel aus Plastik in der Nahrungskette

Kleinste Plastikteilchen, sogenanntes Mikroplastik, werden von vielen Herstellern in ihren Produkten verwendet, darunter z. B. in Zahnpasta oder Peelings. Was bei der täglichen Verwendung einigermaßen harmlos aussieht, könnte sich hinsichtlich der Folgen für Umwelt und unsere Gesundheit noch zu einem immensen Problem entwickeln. Denn das Mikroplastik gelangt über das Abwasser tonnenweise in Seen und Flüsse und schadet nicht nur den Meeresbewohnern, sondern kommt über die Nahrungskette auch zurück auf unseren Tisch. Plastikreste lassen sich schon jetzt in zahlreichen Tieren wie Muscheln, Würmern, Krebstieren, Fischen und Seehunden nachweisen.

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Initiative Tierwohl: Kurz vor Flop

Minibeträge sollten Haltungsbedingungen verbessern

Eigentlich ist die Initiative Tierwohl eine sehr gute Idee: Handel, Fleischindustrie und Landwirtschaft reagieren auf die Kritik an der leidvollen Massentierhaltung, indem sie sich gemeinsam für mehr Tierschutz engagieren. Für bessere Haltungsbedingungen von Tieren sollte im Rahmen der Initiative Tierwohl ein Betrag von wenigen Cent je verkauftem Kilo Fleisch (also fast nichts) von Händlern wie Aldi, Lidl und Co an die Landwirte zurückfließen.

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Umweltschützer feiern Aus für Staudamm São-Luiz-do-Tapajós

Der weltweite Protest von Umweltschützern hatte Erfolg: In Brasilien wurde der Bau des Megastaudamms São-Luiz-do-Tapajós im Amazonas-Regenwald gestoppt.

Jungle Life Chameleon - Gegen die Abholzung des Regenwalds

Jungle Life Chameleon – Gegen die Abholzung des Regenwalds

Der Staudamm hätte nicht nur den Lebensraum von zig bedrohten Tier- und Pflanzenarten vernichtet, sondern auch den des Volks der Munduruku. Im Rahmen der Proteste ist auch Siemens unter Beschuss geraten, da eine Tochter Konzerns wesentliche Teile zum Projekt beisteuern sollte – für Umweltschützer ein Verhalten, das gar nicht zum nachhaltigen Anspruch des Unternehmens passt.

Zwar sind auch noch andere große Staudämme im Regenwald in Planung, aber der Erfolg beim São-Luiz-do-Tapajós-Staudamm zeigt, dass der Umweltschutz dank internationaler Vernetzung wichtige Siege erringen kann.

Mehr Beiträge rund um Nachhaltigkeit und Eco Fashion hier im Blog oder bei Coromandel, deinem Label für nachhaltige Klamotten.

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Die hässliche Fratze von Olympia

Verrat an der olympischen Idee

Nach all den Berichten über Doping, Korruption und Geldgier rund um die Olympischen Spiele hat der Ruf des IOC (ähnlich wie der von FIFA und DFB) immer neue Tiefpunkte erreicht, und die ursprüngliche olympische Idee liegt inzwischen am Boden wie ein schlecht trainierter Sportler nach einem Marathonlauf.  Viele Sportfans wenden sich inzwischen leicht angewidert von den olympischen Wettkämpfen ab, weil die Umstände rund um die Spiele kaum noch ungetrübte Freude am Sport aufkommen lässt. In seltener Offenheit (DANKE!) hat Julius Brink, der ehemalige Olympiasieger im Beachvolleyball und jetzige ARD-Experte vor Ort, den Riss zwischen schöner Fassade der Spiele und der Realität im Hintergrund beschrieben.

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Enthemmte Wut und besorgte Bürger

Besorgte Bürger wütend über Ramadan-Post

Da ist sie wieder, die enthemmte Wut der „besorgten Bürger“, die sich im Moment scheinbar jeden Tag dutzendfach Bahn bricht. Eigentlich ein vermeintlich nichtiger Anlass: Das Social-Media-Team der Bundesregierung wünscht den Muslimen in Deutschland auf Facebook einen gesegneten und friedvollen Ramadan. Eigentlich eine nette Geste – das reicht hunderten von Internetnutzern aber schon, um hasserfüllt in die Tasten zu hauen und die Seite der Bundesregierung mit wütenden Kommentaren zu bedenken. Schließlich gehört der Islam nicht zu Deutschland und man solle sich lieber um die Probleme des deutschen Volkes kümmern.

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