Schlagwort-Archiv: Unternehmen

Aldi: Shitstorm für Billigfleisch

Dank an die Internet-, Facebook- und Instagram-Nutzer, die nicht nur Fotos von ihrem Essen oder dem letzten Drogerie-Haul posten, sondern auch Kritik am Verhalten von Unternehmen äußern, wenn diese sich latent unmoralisch verhalten. Dank einem kritischen Facebook-Nutzer musste Aldi-Süd online schwere Kritik dafür einstecken, 600 g mariniertes Schweinenackensteak für 1,99 Euro anzubieten. Richtigerweise weist der Nutzer darauf hin, dass nach Abzug der Mehrwertsteuer und der Kosten für Marinade und Logistik nur noch ein winziger Betrag für das Fleisch übrig bleibt – und damit für den Landwirt und eine artgerechte Haltung.

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Umfrage zur EU-Agrarpolitik

Auf den Seiten der EU können Bürger derzeit ihre Meinung dazu abgeben, wie sie sich die EU-Agrarpolitik der kommenden Jahre vorstellen und welche Aspekte in den Mittelpunkt der Förderpolitik gestellt werden sollte. Talk about direkte Demokratie – angeblich will die EU-Kommission sich wirklich an dem Meinungsbild der Bevölkerung orientieren. Auch schräg, wenn extra darauf hingewiesen werden muss, dass eine Umfrage von den Verantwortlichen auch berücksichtigt wird. 🙂

Natürlich haben die verschiedenen Interessengruppen, darunter Bauernverbände und Umweltschutzverbände, ihre eigene Klientel in die Spur gebracht, um die Umfrage in ihrem Sinne auszufüllen, insofern ist fraglich, wie repräsentativ der Ergebnisse sind. Aber immerhin werden die Stimmen von vielen tausend Menschen in Europa angehört, ein Fortschritt im Vergleich zur sonst eher praktizierten Politik hinter verschlossenen Brüsseler Türen – vor allem, wenn man bedenkt, dass sich ein Großteil der Bevölkerung offenbar eine gänzlich andere Agrarpolitik mit mehr Tierschutz und weniger Fokus auf industrielle Großbetriebe wünscht.

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Sieg gegen die Pelzlobby: Keine Pelzfarmen mehr in Kroatien

Die EU hat in Sachen Pelzfarmen weiß Gott keine reine Weste, gerade in Polen und einigen skandinavischen Ländern boomt das Pelzgeschäft und die Tiere werden und grausigen Bedingungen gehalten – im Rahmen der europäischen Gesetze. Aber ein Lichtblick lässt auf gesunden Menschenverstand in der EU hoffen: Im Januar ist gegen erbitterten Widerstand der Pelzlobby in Kroatien ein Verbot von Pelzfarmen erlassen worden.

Danke, Kroatien, für diesen Lichtblick im Ringen um einen würdigen Umgang mit Tieren und im Kampf gegen die wirtschaftlichen Interessen der Pelzlobby.

Shirts von Coromandel gegen Pelztierhaltung

Shirts von Coromandel gegen Pelztierhaltung

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Technik gegen das Kükenschreddern

Dass jedes Jahr zig Millionen männliche Küken in Deutschland lebendig im Schredder landen, weil sie für die Industrie nicht nutzbar sind, gehört wohl zu den großen Perversionen der Lebensmittelbranche. Dank Forschung aus Leipzig wird das große Schreddern in Zukunft hoffentlich eingestellt, denn Ende Januar soll ein Gerät vorgestellt werden, mit dem sich das Geschlecht der Tiere schon vor dem Schlüpfen bestimmen ließe. Bis es zum Einsatz käme, würden zwar noch einige Jahre vergehen, aber der Ansatz klingt zumindest vielversprechend, auch wenn Kritiker die sogenannte „in Ovo-Geschlechtsbestimmung“ als nicht geeignet ansehen.

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Veganz: Vegane Supermärkte unter Druck

Eigentlich ist sind vegane Lebensmittel gefühlt in aller Munde – ganz sprichwörtlich -, trotzdem musste die Supermarktkette Veganz schon im vergangenen Dezember Insolvenz anmelden. Veganen Produkten wird zwar auch weiterhin ein gutes Wachstum vorausgesagt, aber fraglich ist eben, ob das Konzept eines rein auf vegane Produkte spezialisierten Supermarkts funktionieren kann.

Jan Bredack, der Gründer von Veganz, selbst, sieht trotz des wachsenden Vegan-Markts für rein vegane Supermärkte keine goldene Zukunft, wegen des inzwischen recht großen Angebots an veganen Produkten bei den konventionellen Händlern habe sich das Konzept überholt. Jetzt werden die Pioniere der veganen Bewegung also vom Trend zur veganen Lebensführung aus dem Feld gekegelt. Aber Veganz wird es auch weiterhin noch als Großhändler für andere Supermarktketten geben, nur die eigenen Filialen werden wahrscheinlich Schritt für Schritt abgewickelt.

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Shareconomy: Jeder gegen jeden

Eindrücklich beschreibt Sibylle Berg in ihrer SPON-Kolumne, wie das eigentlich auf den ersten Blick gut gemeinte Prinzip der Shareconomy dazu führt, dass die Kohle meist an den Spitzen der beteiligten Unternehmen hängen bleibt, während der Existenzkampf am Ende der Nahrungskette härter wird und an vielen Stellen die gegenseitige Ausbeutung droht. Die Risiken der Shareconomy kann man inzwischen in einigen Bereichen beobachten, z. B. bei Uber: Durch die neuen Geschäftsmodelle werden ursprünglich einigermaßen funktionierende und auskömmliche Jobs (Taxis) abgeschafft und durch hochmotivierte, eigenverantwortliche, kaum sozial abgesicherte und oft genug schlecht bezahlte Leute übernommen.

Berg schreibt dazu: „Möglicherweise ist jeder Mensch so: gefräßig, haltlos, gierig. Das Einzige, was verhindert, dass die ekelhaften Anteile der Persönlichkeit jedes Einzelnen die Welt ruinieren, ist die mangelnde Möglichkeit. Unsere Möglichkeit ist sanfte Ausbeutung, die wir Sharing nennen.“

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Vegetarische Produkte nicht so knorke

Mit Zusatzstoffen zum Fast-Fleischerlebnis

Wir haben uns ja in der Vergangenheit bereits verwundert darüber gezeigt, dass Menschen, die aus guten Gründen beim Essen auf Fleisch verzichten, oftmals auf Produkte umsteigen, die dieses auf Biegen und Brechen nachahmen wollen und dafür unter dubiosen Bedinungen in den Laboren der Unternehmen zusammengemischt werden – wie im Chemiebaukasten. Im Bereich der veganen Ernährung führt das dann dazu, dass der vor Jahren noch als Mogelpackung gescholtene Analogkäse jetzt plötzlich als veganer Käse mit entsprechender Preisprämie (der aufgeklärte und ethisch bewusste Konsument hat’s ja) ein Revival erlebt. Die Produkttester der Stiftung Warentest haben jetzt bei vegetarischen Produkten nochmal genauer hingeschaut und geprüft, was die derzeit erhältlichen vegetarischen Wurst- und Fleischprodukte können. Die Ergebnisse sind dabei eher durchwachsen ausgefallen, womit vielleicht zu rechnen war.

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GB setzt auf Verbot von Mikroplastik

Mikropartikel aus Plastik in der Nahrungskette

Kleinste Plastikteilchen, sogenanntes Mikroplastik, werden von vielen Herstellern in ihren Produkten verwendet, darunter z. B. in Zahnpasta oder Peelings. Was bei der täglichen Verwendung einigermaßen harmlos aussieht, könnte sich hinsichtlich der Folgen für Umwelt und unsere Gesundheit noch zu einem immensen Problem entwickeln. Denn das Mikroplastik gelangt über das Abwasser tonnenweise in Seen und Flüsse und schadet nicht nur den Meeresbewohnern, sondern kommt über die Nahrungskette auch zurück auf unseren Tisch. Plastikreste lassen sich schon jetzt in zahlreichen Tieren wie Muscheln, Würmern, Krebstieren, Fischen und Seehunden nachweisen.

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Initiative Tierwohl: Kurz vor Flop

Minibeträge sollten Haltungsbedingungen verbessern

Eigentlich ist die Initiative Tierwohl eine sehr gute Idee: Handel, Fleischindustrie und Landwirtschaft reagieren auf die Kritik an der leidvollen Massentierhaltung, indem sie sich gemeinsam für mehr Tierschutz engagieren. Für bessere Haltungsbedingungen von Tieren sollte im Rahmen der Initiative Tierwohl ein Betrag von wenigen Cent je verkauftem Kilo Fleisch (also fast nichts) von Händlern wie Aldi, Lidl und Co an die Landwirte zurückfließen.

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Fernbusse – einer nach dem anderen gibt auf

Die Bahn hat die Nase voll

Der Markt der Fernbusse schrumpft weiter – jedenfalls mit Blick auf die Zahl der Anbieter. Jetzt also auch noch Berlin Linien Busse, das Busunternehmen, mit dem die Deutsche Bahn eigentlich den Neueinsteigern im Mobilitätsgeschäft Paroli bieten wollte. So schnell wie bei den Fernbussen hat sich wohl bisher kaum ein Markt nach der Entstehung konsolidiert.

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